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Nächste Ecke Links 2026: Das Programm!

Vom 17. Oktober bis 2. November 2026 erwarten euch wieder die Alternativen Studieneinführungstage Erfurt – Nächste Ecke Links. Die Veranstaltungsreihe wird von linken, emanzipatorischen Gruppen und Initiativen aus Erfurt organisiert. Wir setzen uns gegen Kapitalismus und Faschismus und für eine demokratische und solidarische Gesellschaft ein. 

Das Bündnis hat sich zusammengeschlossen, um vor allem Studienanfänger*innen die Möglichkeit zu geben, auch politisch im Studium und in Erfurt anzukommen. Im Rahmen von Vorträgen, Workshops, Stadtrundgängen, Filmabenden, einer Abschlussparty und weiteren Veranstaltungen bieten wir viele Möglichkeiten neue linke Orte, Themen, Leute und Gruppen kennenzulernen.  

Das ganze Programm gibt’s hier. Haltet euch dort auch über Änderungen und nachträglich eingetrudelte Programmpunkte auf dem Laufenden.

Wir sehen uns an der Nächsten Ecke Links!

Nicht im Rahmen der Einführungstage, nicht in Erfurt, aber ein empfehlenswertes Save the Date: Am 6. und 7. November 2026 findet der 35. antifaschistische & antirassistische Ratschlag Thüringen in Nordhausen statt.

Solidarität mit Autistici/Inventati

Hallo! Ihr findet uns nicht mehr unter einfuehrungstage.noblogs.org, sondern hier unter neuer Adresse auf naeli.arranca.de.

Wir freuen uns über unser neues digitale Zuhause – doch wie es dazu kam, macht uns als Linke und als Gruppen, die sich an den Alternativen Einführungstagen „Nächste Ecke Links“ beteiligen, wütend. Die erschreckenden politischen Entwicklungen wollen einige aus dem Bündnis nicht unkommentiert stehen lassen.

Was ist passiert?

Am 26. August 2026 setzten US-Behörden das italienische Internetkollektiv „Autistici/Inventati“ auf ihre Sanktionsliste für Terrorismus als „Specially Designated Global Terrorist“. Anfang September kündigte das kleine, ehrenamtlich betriebene und spendenfinanzierte Kollektiv an, aufgrund der rechtlichen, finanziellen und technischen Bedrohungen für das Kollektiv ebenso wie für dessen Nutzer:innen seine Dienste einzustellen. Einer dieser Dienste ist noblogs.org – die Blogging-Plattform, die auch uns als Bündnis und mehreren bei uns beteiligten Gruppen einen selbstbestimmten Raum für ihre Internetpräsenz fernab von Big Tech gegeben hat.

Autistici/Inventati stellte 25 Jahre lang für soziale Bewegung und linke Aktivist:innen weltweit unabhängige und kostenlose digitale Infrastruktur bereit, die keine Datensammelei betreibt. Das Projekt sollte mehr politische Teilhabe und digitale Selbstverteidigung ermöglichen. Autistici/Inventati gründete sich 2001 im Kontext der Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua.

Die Listung durch die USA ist ein gezielter politischer Angriff auf diese linke Infrastruktur und auf alle, die sie nutzen – so auch unser Bündnis. Die Sanktionen und deren Folgen verunmöglichen Autistici/Inventati praktisch ihre weitere Arbeit. Auswirkungen zeigen sich unmittelbar: Dem Kollektiv werden Konten gekündigt. 

Das Ganze ist kein Einzelfall, sondern reiht sich ein in jüngste Angriffe gegen linke Strukturen, auch in Deutschland. Unter anderem die Rote Hilfe e.V. war Ende letzten Jahres von Kontokündigungen („Debanking“) infolge von US-Sanktionslisten betroffen – und konnte sich, getragen durch breite Solidarität wehren. Auch Autistici/Inventati wehrt sich juristisch gegen die Kündigung durch die italienische Banca Etica.

Und wo sind wir jetzt?

Unser Blog wird nun beherbergt auf arranca.de. Das ist ein Internet-Projekt vom Bildungskollektiv Biko e.V. und „will Menschen vernetzen, die an verschiedenen Orten für ein besseres Leben streiten“. Wir sind froh und dankbar, dass das Projekt uns so kurzfristig und knapp vor Beginn der diesjährigen Einführungstage solidarisch neuen Raum bereitstellt.

Ebenfalls erfreulich: Menschen haben ein Archiv aller ehemaligen noblogs.org-Seiten auf nublogs.org eröffnet. Auch unser alte Seite einfuehrungstage.nublogs.org findet ihr dort archiviert.

Was bleibt zu sagen?

Unser großer Dank und unsere Solidarität gilt Autistici/Inventati!

Bleibt solidarisch, bildet euch, bildet andere – informiert euch und andere über den Fall von Autistici/Inventati auf keepitfree.ai – und bildet Banden! Das Kollektiv Autistici/Inventati verabschiedet sich selbst mit widerständigen und hoffnungsvollen Worten: 

„Our hope is that this attack on the freedom of networks unleashes powerful and creative collective resistance.“ 

Wir freuen uns auf die Veranstaltungen und Räume, in denen wir uns solidarisch miteinander vernetzen und organisieren! Wir freuen uns auf euch an der Nächsten Ecke Links 2026!

Kritik an der Veranstaltung zu Radikalisierungsprävention der FH Erfurt

Am 2.11.21 fand eine von der Hochschulleitung der Fachhochschule Erfurt initiierte Veranstaltung zum Thema „Radikalisierungsprävention“ statt. Die Hochschulgruppe Naturfreundejugend (International Young Naturefriends) kritisierte in einem Statement Inhalt und Ablauf der Veranstaltung:

Statement zur Informationsveranstaltung „Radikalisierungsprävention“

Am 02.11. wurde von der Hochschulleitung der Fachhochschule Erfurt gemeinsam mit Miriam Müller-Rensch (Forschungsstelle RUK) und dem Diversitätsbeauftragten Karl-Heinz Stange zu einer hochschulübergreifenden Info-Veranstaltung zur „Radikalisierungsprävention“ eingeladen. Alle Lehrveranstaltungen sollten dafür unterbrochen werden und die gesamte Hochschule daran teilnehmen. Diese Veranstaltung bekam also einen hohen Stellenwert.
Wir haben diese Einladung als Hochschulgruppe begrüßt. Debatten, vor allem auch politische Debatten an der Hochschule, finden wir wichtig und richtig. Diskriminierende und rassistische Vorfälle am Campus sind keine Seltenheit. Dies zeigen jüngste Beispiele, wie etwa faschistisch anmutenden Flyer einer Fachschaft, beschämende Kreideaktionen und allgemein rassistische, sexistische und antisemitische Äußerungen und Kommentare im Umfeld der FH, auch im Verlaufe der Veranstaltung.1
Unsererseits gibt es jedoch einiges an Kritik zum Ablauf und dem Inhalt der Veranstaltung.
Im Zuge des Inputs von Frau Müller-Rensch wurde zur Einordnung von politischem Extremismus in Deutschland die Hufeisen-Theorie genutzt. Das ist eine Perspektive der Extremismustheorie, welche besagt, die Gesellschaft sei politisch wie ein Hufeisen aufgebaut: Die „gute“ bürgerliche Mitte stellt die Basis der demokratischen Gesellschaft dar, die von den „bösen“ extremistischen Rändern von rechts und links bedroht wird. Diese Ansicht ist in der Wissenschaft umstritten und gilt als überholt.2 Menschenfeindliche Einstellungsmerkmale sind in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitet und nicht nur an einem gedachten Rand. Damit ist das Problem mit Rassismus und Rechtsextremismus kein Randphänomen, dass „Andere“ betrifft. Menschenverachtende Ideologien sind nicht außerhalb einer „Mitte“ verortet. Menschenfeindliche Einstellungen sind tief in unsere Gesellschaft eingeschrieben (durch unsere Sozialisation und damit auch in unseren Institutionen) und wir müssen uns alle damit auseinandersetzen.
Zwar erfolgte im Vortrag als Reaktion auf die Nachfrage, zur Anwendung der Hufeisen-Theorie eine Verneinung. Das Gegenüberstellen von Straftaten der politisch eingeordneten Ränder während der Veranstaltung impliziert jedoch den Rückgriff auf genau dieses Modell. Alle Straftaten wurden zudem als „gleich schlimm“ betitelt. Hier erfolgte weder eine Differenzierung der Schwere der Straftaten noch eine Definition, um welche Straftatenbestände es sich eigentlich genau handelt. Dies wäre jedoch entscheidend bei der Bewertung. Und es macht einen deutlichen Unterschied aus, ob an einer Sitzblockade teilgenommen oder ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim verübt wurde.
Eine solche Gleichsetzung von rechts und links in Zeiten rechten Terrors (NSU, Hanau, oder Halle) und in denen faschistische Parteien von der „normalen Zivilgesellschaft“ legitimiert werden, ist für uns nicht nur überholt und unangemessen, sie ist für uns auch nicht tolerierbar.
Wir halten es zudem für fragwürdig ausschließlich Statistiken des Bundesamtes für Verfassungsschutz, spätestens seit dessen Unterstützung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ durch V-Männer, heranzuziehen.3

In der Info-Veranstaltung wurde „Antifaschismus“ von einigen Teilnehmenden im Chat als extremistisch geframet und damit delegitimisiert.
Die freiheitlich- demokratische Grundordnung, von denen sich der Extremismus distanziert, ist antifaschistisch. Sich gegen Faschismus zu stellen ist sicher auch in dieser Hochschule Konsens, es bleibt jedoch notwendig sich gegen Ungerechtigkeiten und Benachteiligung einzusetzen. Dabei funktioniert Antifaschismus nicht als Lippenbekenntnis, sondern als Aktion. Formen zivilen Ungehorsams sind nicht nur ein Grundrecht, sondern legitimes Mittel. Antifaschistische Arbeit ist und bleibt wichtig. Sie erkennt und kritisiert rassistische und diskriminierende Strukturen innerhalb der Zivilgesellschaft und in staatlichen Institutionen und sie versucht, eben jene Minderheiten, welche täglich von Diskriminierung und Rassismus betroffen sind, zu schützen.

Wir erwarten von unserer Hochschule und deren Leitung: Eine differenziertere Auseinandersetzung mit politischer Theorie, ein entschiedenes Einschreiten bei menschenfeindlichen Aussagen und Taten und dass ein Wandel innerhalb der Hochschule geschieht und gelebt wird. Dazu braucht es eine Solidarisierung mit antifaschistischer Arbeit und keine Kriminalisierung.

Hochschulgruppe Naturfreundejugend (International Young Naturefriends)

1 Informationsveranstaltung zur Radikalisierungsprävention, 02.11.2021, Fachhochschule Erfurt, siehe Chatverlauf.
2 Uhlig, Berendsen, Rhein 2019: Extrem unbrauchbar. Über Gleichsetzungen von links und rechts.
Decker, et al. 2010: Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland.
Stöss 2015: „Kritische Anmerkungen zur Verwendung des Extremismuskonzepts in den Sozialwissenschaften“, für: Bundeszentrale für Politische Bildung, unter: https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/200099/kritische-anmerkungen-zur-verwendung-des-extremismuskonzepts-in-den-sozialwissenschaften, Zugriff: 03.11.2021.
4 Pau, Renner, 2021; „Versagen und Vertuschen“; https://www.linksfraktion.de/themen/nachrichten/detail/versagen-und-vertuschen-die-rolle-des-verfassungsschutzes/ Zugriff 07.11.2021.

Alternativen Einführungstage „Nächste Ecke links“ 2021

Die Alternativen Einführungstage „Nächste Ecke links“ finden 2021 nun zum fünften Mal in Erfurt statt.

Vom 10. bis 30. Oktober finden verschiedene Veranstaltungen statt, in denen sich linke Räume, Strukturen und Gruppen vor Ort vorstellen. Die Veranstaltungen sind offen für alle Interessierte, richten sich aber v.A. an diejenigen unter Euch, die neu in Erfurt sind. Sie bieten fernab von den Veranstaltungen der Uni und FH einen Einblick in einen Teil von Erfurt, der oft ein wenig verborgen bleibt. Abseits der konvetionellen, touristischen Seite, gibt es Menschen, die gesellschaftskritische Perspektiven einnehmen und selbstverwaltete Räume gestalten. Denn hinter Erfurts schöner Fassade finden regelmäßig rassistische Übergriffe, rechte Demos und Vernetzungen statt, auch in Thüringen wird abgeschoben, die Zumutungen des Kapitalismus sind hier ebenso spürbar wie anderswo.

Wir haben uns Orte geschaffen, wo wir uns über Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen austauschen und überlegen, wie wir diese Kritik auf die Straße tragen können.

Innerhalb von drei Wochen finden außerdem (Online)-Vorträge, Workshops, Filmvorführungen, Fahrradtouren und Stadtrundgänge statt, in denen wir über Klimagerechtigkeit, Bildung, sozialistische Pädagogik und anderes informieren und uns kritisch mit rechten Strukturen, sozialer Ungleichheit, Arbeit, Kapitalismus, Rassismus, Antisemitismus, Nationalsozialismus und anderen Themen auseinandersetzen.

Kommt vorbei und bringt euch ein!

Eine Veranstaltungsübersicht findet ihr hier.

Das war’s auch schon wieder fast für dieses Jahr

Leider wurde auch die Ausstellung „Repression, Revolution, Transformation. 1989 und 2011 zusammen erinnern.“ abgesagt. Der im Rahmen der Ausstellung für den 24.11. um 19 Uhr geplante Online-Vortrag zum Thema “ Demokratiebewegungen global denken? Syrische und deutsche Perspektiven auf die Revolution 1989 und 2011″ wird trotzdem stattfinden.

Somit ist morgen für dieses Jahr die letzte Gelegenheit, bei den „Alternativen Studieneinführungstagen – Nächste Ecke links“ vorbei zu schauen – online versteht sich… Um 18 Uhr findet die Veranstaltung „Kein Freund und Helfer. Zur gesellschaftlichen Bedeutung der Polizei.“ statt. Den Zugang zum Veranstaltungsraum findet ihr hier: https://meeten.statt-drosseln.de/b/dig-n82-udj-ekr.

Danach ist für uns erstmal wieder ein Jahr Pause. Man sieht sich aber sicher zwischendurch bei Veranstaltungen – hoffentlich auch bald wieder in Präsenz. Wenn ihr noch Fragen oder Anliegen habt, meldet euch gerne unter: naeli-ef[at]riseup.net Wir freuen uns auch über Feedback!

Bleibt gesund und bringt euch ein!

Keine Schnapseljagd

Leider müssen wir nun weitere Präsenzveranstaltungen absagen:

Der für Samstag, den 7.11. geplante „Veganes Brunchen! Mitbring-Brunch und Diskussion“ findet nicht statt!

Auch die für den 12.11. geplante Schnapseljagd fällt aus. Wir hoffen, dass wir sie zu gegebener Zeit nachholen können.

Bis dahin bleibt uns nur, auf die stattfindenden Onlineveranstaltungen zu verweisen:

Morgen, am Mittwoch, den 4.11. findet ab 19Uhr ein Onlinevortrag zur „Ideologiekritik des Veganismus“ statt und am Donnerstag den, 5.11. ab 17Uhr ein Workshop zu: „Sportlich Reden. Debattieren gegen Diskriminierung“.

Wenn ihr der Onlineveranstaltungen dann noch nicht überdrüssig seid, empfehlen wir euch außerdem am Wochenende beim diesmal auch digital stattfindenden Antifaschistischen/ Antirassistischen Ratschlag vorbeizuschauen. Das Programm findet ihr hier.

Terminänderung

Da der für gestern geplante Vortrag „Zur Kritik des modernen Antisemitismus“ auf Grund technischer Probleme nicht stattfinden konnte, wir dieser heute um 18Uhr nachgeholt.

Außerdem findet heute, 17Uhr, ein Onlineworkshop zu „Was ist sozialistische Erziehung?“ statt.

Auch der Workshop „Plenum ist wichtig für die Revolution!“ wird online durchgeführt. Hier könnt ihr euch heute 19:30Uhr dazu schalten.